Der Meeresstrand


übt seit 1793, als der Herzog von Mecklenburg, Friedrich Franz I., auf Anraten seines Arztes das erste deutsche Seebad in Heiligendamm gründete, eine wachsende Anziehungskraft für Erholungsuchende aus.
Von Boltenhagen im westlich gelegenen Klützer Winkel bis nach Ahlbeck auf Usedom entstanden aus kleinen Fischerdörfern an der mehr als 400 km langen Meeresküste bis zum Anfang des 20.Jahrhunderts 26 Ostseebäder.
Heute ist das Wissen um die erholsame und heilkräftige Wirkung der Kombination von See und Klimareizen an der Ostsee schon Allgemeingut. Auch ist es längst kein Geheimnis mehr, dass Meer und Strand im Herbst, Winter und Frühling besondere Erlebnisse bieten. An der mecklenburgischen und vorpommerschen Ostseeküste treten in den Buchten, Haffs und Bodden, im Wechsel von Stränden und Küstenwäldern, Steil- und Flachküsten die Klimareize zu allen Jahreszeiten und in unterschiedlicher Intensität auf.
Außer diesen unterschiedlich nuancierten Erholungsfaktoren der Landschaft bedingt die Entstehungsgeschichte der Seebäder eine ganz individuelle Architektur.
So haben die Ostseebäder Mecklenburg-Vorpommerns wie die Küste selbst viele Gesichter. Jeder, der sie besucht, kann eine, nämlich seine ganz individuelle Auswahl des geeigneten Ferienortes treffen.
Doch eines ist allen Ostseebädern Mecklenburg - Vorpommerns gleich, das Erlebnis, den Elementen Wasser, Sonne und Wind, die die Urlandschaft formten, direkt gegenüberzustehen und die Vergänglichkeit des Bestehenden zu erleben. Bei den Ostseebädern dominieren nicht breite gepflasterte Strandpromenaden und mehrstöckige Hotels, sondern der Meeresstrand im eigentlichen Sinne mit anlaufenden Wellen, mit Sanddünen und ausgewaschenen großen und kleinen Steinen, mit Bäumen auf den Hochflächen, die sich als "Windflüchter" oft bizarr verformen oder - wenn sie an Steilküsten in die Nähe der Abbrüche geraten - von Stürmen in die Tiefe gerissen werden. Die an die Bäder angrenzenden, z.T. unter besonderen Schutz stehenden, Küstenwälder verbinden das Landschaftserlebnis Wald und Meeresstrand und erhöhen den Erholungseffekt.
Das Wirken der Elemente, das Werden und Vergehen von Landschaft wird hier zum unmittelbaren Erlebnis, ganz gleich, wann Sie kommen und wohin Sie fahren.

© Dr. H. Koch


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