Reif für die Insel


sein ist das eine, aber es bleibt dann immer noch die Auswahl. Welche Insel für Gerhard Hauptmann das Paradies war, ist bekannt, aber jeder wird sich ja seine eigene Insel suchen wollen. Mecklenburg - Vorpommern hat etwa 25 große und kleine Inseln vor seiner Küste. Aber nur vier kommen wirklich für den Ferienbesuch in die engere Wahl: Deutschlands größte Insel Rügen und gleich nebenan die kleine Perle der Ostsee, Hiddensee, außerdem Usedom und Poel bei Wismar.
Auf den Inseln wird man sich wie schon die romantischen Künstler des 19.Jahrhunderts von den schnell wechselnden Bildern der Landschaft verzaubern lassen. Da sind die viele Meter hoch aus dem Meere aufsteigenden Steilküsten und die bekannten Rügener Kreidefelsen, aber da sind auch die stillen Haffgebiete mit ihren Schilfgürteln und Sümpfen, reine Vogelparadiese. Da liegen fruchtbare Ackerflächen neben dürrer Heide und dichten Wäldern. Da sind Halbinseln, die ins Meer ragen, schroffe Steinklippen und weiche Sandstrände. Und überall stehen die Zeugnisse früher Besiedlungen Großsteingräber, bronzezeitliche Hügelgräber und slawische Burgwälle. Von der Zeit der Christianisierung künden die kleinen gotischen Kirchen, Schlösser und Parks sind Spuren aus der Zeit großer Gutswirtschaften.
Abseits von den großen Badeorten an der Küste mit ihren Kurkonzerten und Veranstaltungen wird es still. Nur noch Natur, vielleicht hier und da ein Fischer oder ein Bauer, ansonsten einsame Wälder, Binnenseen, Buchten. Und immer wieder Hügel, von denen der Blick ungestört über Land und Wasser schweifen kann. Hier oder auf den schmalen Landstreifen mitten im Meer ist man dann endgültig auf seiner Insel angekommen. Wer sie gefunden hat, sollte es nicht weitersagen.

© Dr. H. Koch


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