EUROVISION SONG CONTEST 2010: Auch MV fiebert mit ...

Von Nicole über Lena N. zu Lena



Update:

Statt „Sputnik-Schock“: Europa im „Satellite“-Taumel !

Deutschlands neues „Gold-Kehlchen“ Lena singt und fliegt allen davon

28 Jahre hat es gedauert. 28 lange Jahre der tiefsten deutschen Sing-Sang-Frustration auf der europäischen Bühne. 28 Jahre schlimmste musikalische Depression in Deutschland …

Und nun endlich: Nach Nicole 1982 konnte ganz Deutschland beim EUROVISION SONG CONTEST 2010 wieder jubeln. Eine 19jährige Hannoveranerin schaffte etwas, woran deutsche Musik-Generationen schier verzweifelten: Sie stahl beim ESC allen die Show und holte letztendlich den „Pokal“.

In der Stadt, in der am Holmenkollen ansonsten vor allem Skilangläufer, Skispringer und Biathleten das Sagen haben, wurde das „große Singen“ in Europa beeindruckend zelebriert.

Und das alles mit einer super-starken Konkurrenz: Eva Rivas aus Armenien, Sofia Nizharadse aus Georgien, Ovi und Paula aus Rumänien, Aljoscha aus der Ukraine, Jon Liliygreen aus Zypern, Didrik Solli-Tangen aus Norwegen oder Safura aus Aserbaidschan sorgten – wie dann die Start-Nr. 22 und spätere Number 1, Gold-Lena aus Deutschland – für Gänsehaut-Atmosphäre pur.

Keine Frage dieser CONTEST war ein Wettbewerb der Überraschungen, Emotionen und großartigen Darbietungen. Keine Blockbildung von Regionen. Keine überdrehten Show-Einlagen. Mitunter etwas Kitsch. Jedoch: Keine übertriebenen Posen.

Klar: Bei Safura, Eva Rivas, Sofia Nizharadse oder beim „Mädel aus Hannover“ hörte man nicht nur gern, sondern schaute auch um so gerner hin. Aber: Letztendlich beeindruckten sie alle mit Stimme, Ausstrahlung und Bühnen-Präsenz.

Die 23000 Zuschauer in der Telenor-Arena in Oslo wurden jedenfalls Zeugen eines unvergesslichen und denkwürdigen Spektakels.

Mit einer würdigen Siegerin – LENA M.-L. ! Nun kann die Welt tatsächlich wieder einmal verändert werden, dafür stand schon Deutschlands letzter Siegestitel „Ein bisschen Frieden“ von Nicole. Ein Vorbote einer „neuen Zeit“. Jetzt also: Vom „Weltfrieden“ zur „globalen Liebe“ mit dem entsprechenden „Satelliten – Made in Hannover/Germany“.

Oslo 2010 machte deutlich: Der ESC lebt und – dank der „Frischzellenkur“ von Lena – kam die allerorts „ausufernde Frauen-Power“ erneut zu Erfolgen.

Für 2010 galt: Es gewann die Nachtigall und nicht die Amsel. Deutschlands Sing-Sang-Männer müssen wohl stimmlich noch härter trainieren, um vielleicht 2011 mit den Damen mithalten zu können. Aber das gilt ja schon für die Spitzen-Politik, den Winter-Sport, den Fußball, die Wissenschaften. Überall „laufen“ Frauen den Herrschaften den Rang ab. Deutschland – eben ein Land der „Amazonen“ ?!

Die stimmgewaltigste hat jedenfalls verdient den EUROVISION SONG CONTEST 2010 gewonnen !!!!!

In Oslo wird Ende Mai zum europäisch-gesanglichen Halali geblasen …
Der Countdown läuft … Nicht nur zu den Fußball-Weltmeisterschaften. Nein, auch zu den Europameisterschaften im leidenschaftlichen Singen. Dem Sieger des letzten Jahres, dem „Wikinger“ Alexander Rybak, verdankt es die europäische Sing-Sang-Szenerie, dass sich das musikalische Europa vom 25. bis 29.Mai (Finale: 29.5.2010) in Oslo versammeln wird.

Nicole, hier bei einer Autogrammstunde im Februar 2008 in Wismar, gewann 1982 mit “Ein bißchen Friede …” – der bislang einzige deutsche Erfolg. Foto: Michels
Was Lena M.-L. anstrebt, hat Lena N. schon vollbracht: Gold erkämpft ! – Sogar zweimal, dazu noch einmal Silber – im Biathlon bei den Olympischen Winterspielen 2010. Zwei sympathische und erfolgreiche Lenas in Deutschland – das hat was ! Foto: DSV

Seit 1956 wird um „das Gold in der Kehle“ gewetteifert und während Deutschland meistens die Stimme versagte oder die Stimmen der Nachbarländer versagt blieben, räumten andere kräftig ab.

Gerade die Iren zeigten sich stets stimmgewaltig, sind mit sieben Titeln die Top-Nation. Jonny Logan triumphierte als Sänger sogar zweimal – 1980 und 1987. Ansonsten gab es viele Farbtupfer und echte Stars bei diesem Wettbewerb, wobei sich insgesamt 22 Länder Gesangs-Medaillen sicherten.

Während sich Udo Jürgens als Österreicher 1966 mit „Merci Cherie“ den Erfolg sicherte, konnte sich Musik-Europa 1969 nicht so richtig entscheiden. Spanien, Frankreich, die Niederlande und Großbritannien teilten sich Platz 1.

1971 gab es für Monaco`s Severine Rang eins und Vicky Leandros war 1972 die Beste, aber nicht für Griechenland, auch nicht für Deutschland, sondern für Luxemburg.

Der absolute Höhepunkt der Eurovision-Geschichte war jedoch der Auftritt von ABBA 1974 – die Gruppe war ihrer Zeit weit voraus und sang über „Waterloo“, was Deutschlands Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Folgejahren noch oft erleben sollten.

Aber auch für die Deutschen gab es mitunter Gold am Ende des gesanglichen Tunnels: Während in Europa gegen die Stationierungen von Pershing II und SS 20 demonstriert wurde, passte der Song von Nicole gerade zur damaligen Zeit „Ein bisschen Friede …“. Das war 1982, als in Bonn der "beste Kanzler aller Zeiten", Helmut Schmidt, und in Ostberlin die Honeckers, Göttings oder Gerlachs die DDR in den Abgrund regierten. Sieben Jahre später fielen Mauer und Stacheldraht, wurde die Teilung Europas friedlich überwunden – nicht dank großer Staatskunst, sondern aufgrund des Freiheitswillens der Menschen z.B. in der DDR, Polen, Bulgarien, Ungarn, der CSSR, Rumänien oder Albanien.

Doch auch vor Nicole gab es schon große Sternstunden für Deutschland beim europäischen Song-Contest: 1970 und 1971 gab es zweimal Bronze für Katja Ebstein, 1972 ebenfalls Bronze für Mary Roos, 1980 Silber für Katja Ebstein und 1981 Silber für Lena Valaitis. Auch nach 1982 ging noch etwas: Wind belegte 1985 und 1987 zweimal Rang zwei. Mekado wurden 1994 Dritte. Den letzten deutschen Podestplatz sicherten sich Sürpriz.

Danach lief es aus deutscher Sicht suboptimal, weil es zwischen den einstigen sozialistischen Bruderstaaten noch immer so etwas wie Solidarität gab, was die Erfolge der einstigen Ostblock-Staaten aber keineswegs schmälern soll. 2004 sorgte vor allem die Ukrainerin Ruslana mit Power, Anmut und Stimmgewalt für einen souveränen ersten Rang. Zwei Jahre später war sie zusätzlich zu Gast bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland.

Lena Meyer-Landrut ist der deutsche “Shooting-Star” am Gesangshimmel. Nun muß Europa auch “Ja” zu ihr sagen … / Single “Satellite”

Apropos Sport. Mit viel Rückenwind fährt Lena Meyer-Landrut, Jahrgang 1991, nach Oslo: Hatte Lena N. „mit den goldenen Skiern“ im Februar viel Gespür für den olympischen Schnee in Whistler bewiesen, so möchte Lena M.-L. „mit der goldenen Stimme“ im Mai viel Gespür für den europäischen Musik-Geschmack offenbaren. Mit „Satellite“ soll das klappen, was „Generationen“ von Sängerinnen und Sängern seit 1982 versagt blieb – EM-Gold im Singen.

Was Lena M.-L. anstrebt, hat Lena N. schon vollbracht: Nämlich Gold erkämpft ! - Sogar zweimal, dazu noch einmal Silber. Im Biathlon bei den Olympischen Winterspielen 2010. Zwei sympathische und erfolgreiche Lenas in Deutschland - das hat was ! Endlich.

Es ist mal wieder an der Zeit, die Welt zu verändern. Mit echter Liebe – trotz aller Widrigkeiten. Auch darum geht es in Lenas Song. Vom Weltfrieden 1982 zur globalen Liebe 2010. Platz eins müsste doch endlich wieder drin sein – für das nun geeinte Deutschland. Nach Lena N. eben Lena M.-L. ! Und eine weitere Erfolgsstory für die mittlerweile „ausufernde“ Frauen-Power.

Marko Michels

 

Übrigens: Die Live-Übertragung des EUROVISION SONG CONTESTS erfolgt in der ARD am 29.Mai ab 20.15 Uhr.


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