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Statt „Mecklenburger Bräsigkeit“ nun „Danish Dynamite“ Rüdiger Lachmann und IRISH COFFEE starten nun aus Dänemark durch |
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„Irish Coffee“ – Rüdiger Lachmann und dessen Band sind seit Anfang der 1990er Jahre eigentlich aus dem künstlerisch-musikalischen Leben in M-V nicht mehr wegzudenken. Sie hatten große Auftritte hierzulande, für welche die Band begeistert gefeiert wurde. Aber: Auch für „Irish Coffee“ gilt „Neid muß man sich erkämpfen, Mitleid gibt es kostenlos!“. Wurden Sie in den 1990ern und Anfang der 2000er noch häufig gebucht, so ließ diese Bereitschaft – trotz der wachsenden Fangemeinde – in MV in den letzten Jahren nach. Jenseits der MV-Grenzen gab es jedoch zahlreiche erfolgreiche Konzerte, so dass es nicht verwundert, dass sich „Irish Coffee“ in Dänemark eine neue Heimat suchten … Frage: Irish Coffee wird 18 – also volljährig. Spielten Sie anfangs Folkmusik. So kamen im Laufe der Zeit Folk-Klassiker New Country und letztendlich eigene Songs hinzu. In der Rückblende: Wie verlief die Entwicklung von „Irish Coffee“ ? Rüdiger Lachmann: Der Beginn war ein Zufallstreffen zwischen mir und einer kleinen Gruppe ganz junger Straßenmusiker. Ich lud sie auf meine Bühne ein. Die Stimmen und der Sound entsprachen genau dem Zeitgeist entsprechend einer durch Europa ziehenden Musikerfamilie. Und so produzierte ich mit Ihnen die erste CD, ohne zu ahnen, was für Zeit und Kosten das mit sich bringt. Es waren noch Amateure … Aber sie hörten auf meinen Rat. Ich empfahl Ihnen unverwechselbare Outfits – schon allein aus Gründen der Wiedererkennung. Die Stimmen waren ohnehin schon einzigartig. Frau Nielsen, Kulturverantwortliche in Warnemünde, war von Anfang an Fan und auch Förderer von Ensembles aus dem Ort. So auch von uns. Das erste Jahr verlief mit circa 60 Konzerten. Später wurde von Veranstaltern mehr Kommerz und eine größere Besetzung mit Rhythmus-Gruppe angemahnt. So ging es weiter bis zu den ersten eigenen Frage: Wie kam es eigentlich zur Namensgebung „Irish Coffee“, das ja einst in den 1940ern in West-Irland erfunden wurde ? Wer ist in Ihrer Band der „Kaffee“, die „Sahne“ sowie der „irische Whiskey“ ? Rüdiger Lachmann: „Die Sahne“ waren natürlich immer unsere Mädels, „der Whisky“ die Jungs und „der Kaffee“ waren die Instrumente und die Musik. So war es von den Mitgliedern der Band gedacht, wobei „der Mix von allem“ unverwechselbar sein sollte. Eben wie IRISH COFFEE. Auf die Idee kam übrigens damals der Jüngste der Band und dann wurde es übereinstimmend beschlossen. Frage: Sie waren in den 1990ern hierzulande sehr gefragt, danach wurde es ruhiger, obwohl „Irish Coffee“ außerhalb der Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns begeisternde Konzerte gab. Ist es in Deutschland eventuell mittlerweile so, dass man Newcomern - ganz gleich in welcher Branche - zunächst Erfolge gönnt, wenn diese aber zu groß werden, der berüchtigte deutsche „Neid-Effekt“ und ein subtiles Ignorieren einsetzt ... Getreu der alten Weisheit „Die meisten sagen nicht, was sie über einen denken, sie sorgen nur dafür, dass man im Leben nicht fortkommt …“ ?! Rüdiger Lachmann: Ja, in den 1990igern waren wir etwas Neues, eine Familie, standen ganz hoch im Kurs. Und, das verkörperten wir wohl auch nach außen. Es schien alles sehr sauber und rein zu sein. Mittlererweile gelten solche Eigenschaften nicht mehr als trendy. Es wird wohl nicht mehr als populär angesehen. Die Qualität hat sich zwar immer verbessert, aber es ist Musikern, insbesondere einer Gruppe, schon schwer zu vermitteln, warum diese als Acht- oder Zehn-Mann Besetzung die gleiche Gage bekommt, wie z.B. die Solisten der bis dahin immer hochgejubelten regionalen Maritimkünstler. Diese waren immer gesetzt. Wir jedoch mußten kämpfen, denn wir Aber; Es war außerdem optisch oft kein Merkmal der Wiedererkennung mehr zu sehen. Die Musiker wissen meist nicht, was richtig oder falsch ist in puncto Selbstdarstellung ... Das ist dann wieder amateurhaft - um auch mal an „die eigene Nase“ zu fassen. Unsere Kosten deckten wir damit und mit den (immer weniger werdenden) Engagements in M-V nicht mehr. Wir zahlten hier zwar Steuern, kauften hier ein, zahlten hier Miete für Studio und Proberaum, aber das Geld dafür verdienten wir letztendlich in anderen Bereichen Deutschlands und Europas. Das ist in meinen Augen einfach unfair -um höflich zu bleiben,und nicht nur das. Die Verantwortlichen vergaßen und vergessen, in Haupt-Events den Gästen der Region die eigenen guten Aushängeschilder zu zeigen und diese auch mit Anerkennung und Stolz zu präsentieren. Nur ein Beispiel: Seit zehn Jahren zahle ich Miete für Proben-Räume im Fischereihafen. Dann kommt der Hafen-Geburtstag mit dem Thema „Fischereihafen: Rostock – Irland und zurück“ und das zuständige Veranstaltungsbüro bietet jedenfalls nicht das Beste, was es auf diesem Gebiet in Norddeutschland gibt. (Anmerkung: So lautete auch das Urteil vieler Außenstehender !) Somit folgen und folgten auch da unsererseits Konsequenzen. Frage: Zurück zu de Höhepunkten in Ihrer Karriere – Was waren die absoluten Highlights der letzten Jahre für „Irish Coffee“ ? An welche Rüdiger Lachmann: Highlights waren die Hanse-Sail mit der eigenen Bühne, auch die Sommer-Tour mit dem NDR, verschiedene Dreharbeiten auch in Dänemark, Konzerte mit den „Olsen-Brothers“ nach ihrem Grand-Prix-Sieg, in Rothenburg /Fulda mit unseren beiden Shows an einem Abend für 7000 Leute, die nur wegen uns da waren. Und „der Hammer“ war unsere Premiere der Show, "Soul of Irland" im Theater Nykoebing/F., die ausverkauft war (Wir traten zusammen mit 20 Irish-Dancern auf.). Die folgende Versuchstour hat allen gezeigt wie hart das Musik-Geschäft ist, aber dass man mit einer tollen Idee und vielen guten Künstlern die nicht so hoch dotiert sind, mehr schaffen kann, allerdings nur mit professionellen Verträgen ! Frage: Ihre neue Heimat ist Dänemark, in der Sie sehr bekannt und sehr erfolgreich sind. Was ist in Dänemark besser und angenehmer als zum Beispiel in Deutschland – aus Ihrer persönlichen Sicht ? Rüdiger Lachmann: Hier bist du, anders als in der ehemaligen Heimat ,in jedem Auftrittsort vom Veranstalter hoch anerkannt und das zeigt er dir. Du wirst nicht "gejagt", als wenn du nur auf der Bühne störst. Man wird gut bezahlt, was auch wichtig ist, denn die Hälfte der Band sind Profis und müssen davon leben. Das wird in Dänemark so akzeptiert, ohne Feilscherei. Die Leute verstehen die Lieder total! Sie singen mit. Sie tanzen mit ... Sie sind einfach wirklich glücklicher und vor allem gehen sie alles mit Ruhe sowie ohne übertriebene Hektik an. Die Strukturen der Veranstalter hier sind viel offener und sie tun alles, damit dein Konzert ein Super-Konzert wird. Es gibt hier keinen Neid und keine Missgunst. So etwas habe ich hier jedenfalls noch nicht erlebt und du darfst bzw. kannst hier kritisieren, was du in Deutschland besser lassen solltest - wenn du spielen willst... Frage: Rostock und M-V allgemein – wird man Sie trotz allem schon noch öfter hier erleben ? Rüdiger Lachmann: Ja , wir hoffen das. Wir haben uns einen guten Namen geschaffen, den wollen wir erhalten. So lange es Leute wie J.Bludau vom KVS gibt, oder Bettina Krüger, zum Beispiel, und die vielen ungenannten Freunde und Fans, die wissen, was wir den Leuten geben, werden wir in Norddeutschland zu sehen und zu hören sein. Auch wenn wir natürlich nicht damit rechnen können. Dafür haben Künstler aus dem eigenen Land in MV kaum eine Lobby, sie werden einfach nicht gewünscht. Gerade aufgrund der Tatsache, dass ich oft Gagen ergänzte, um den Musikern die Motivation zu erhalten, sind noch nicht alle Musiker von IC aus dem Land gegangen. Aber vielleicht soll aus MV nichts weiter als schlechter Fußball kommen, anders kann ich mir das schwer erklären. Herr Lachmann, trotz aller Widrigkeiten maximale Erfolge persönlich und mit der musikalischen Berufung !
Impressionen aus dem Jahre 2008 vom Auftritt auf der Festbühne im Warnemünder Kurhausgarten
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