30 Jahre Panik-Power
/ Über 5 000 Fans feiern Udo Lindenberg in Rostock



Rostock, 11. Februar Selbst die größten Pessimisten wurden am Mittwochabend vollends überzeugt, Udo Lindenberg ist auch nach 30 Jahren im Showgeschäft eine große Nummer. Wer dachte, der Altmeister des deutschen Rock und der lockeren Sprüche spult sein Pensum locker und gelangweilt herunter und lässt die namhaften Gäste die fast dreistündige Show bestreiten, wurde in der Rostocker Stadthalle eine besseren belehrt.
Schon beim Soundcheck stand Lindenberg unter Strom, nahm kurze Zeit später seine „Pflichttermine wahr. Ob beim „Meet and Greet“ oder den Interviews für die Pressevertreter - Udo beantwortete geduldig die Fragen. Schön auch, sich als Ehrenmitglied des „Rostock Olymp Club“ vor den Karren der deutschen Olympiabewerbung spannen zu lassen.

Dann das Konzert, von Beginn an gingen die Fans, meist älteren Semesters, mit. Udo nahm seine Fans, die aus ganz Deutschland an die Ostsee gekommen waren, mit auf eine Zeitreise und hatte dabei illustre Gäste im Schlepptau. Ben Becker, Nina Hagen, Eric Burdon oder Peter Maffay spielten und sangen einen Hit mit dem Panikdirigenten, durften auch eigenes zum Besten geben. Zwischendurch schnatterte Lindenberg wie ihm der Schnabel gewachsen war. „Honni“ bekam ob der verschenkten Lederjacke („So was macht man nicht, das hat keinen Stil“) postum sein Fett weg, seine Lieder versah Udo mit bekannten Kommentaren („Ein Song für die flexiblen Wissenschaftler auf diesem Gebiet“ – Na und?).

Natürlich durften die Gassenhauer wie „Mädchen aus Ostberlin“, „Straßenfieber“ oder „Wozu sind Kriege da“ nicht fehlen, zum Abschluss des Abends folgten dann auch noch der Sonderzug, „Andrea Doria“, „Candy Jane“, „Odyssee“. Jetzt kochte der Saal, die 5 000 feierten den Meister. Schön war’s, ehrlich. Ein toller Abend.

Olaf Jenjahn



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