Das war Lohro. (VORERST!)



Lohro ist seit Dienstag 0:00 Uhr nicht mehr auf Sendung! Pünktlich wurde das Signal von der Deutschen Telekom abgeschaltet, die Party ging aber dennoch weiter. Die (vorerst) letzten Stunden des Senders gingen etwas chaotisch über die Bühne, dennoch war ein eindeutiger Tenor herauszuhören: Wir hatten Spaß und es wird uns wieder geben. Lassen wir nun die Bilder sprechen. Wir hören uns auf 90,2 im Auto oder 94,0 im Kabel!

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Fotos: © Jenjahn

Lohro nach zwölf Tagen bereits Kult

Morgenabend (Montag, 3. November) endet um 24 Uhr der erste Versuch, ein Lokalradio als positiven Gegenpol in der Rostocker Radiolandschaft zu positionieren. Und man kann bereits heute sagen, dass dieser Versuch geglückt ist. Schon nach wenigen Tagen ist Lohro, der Name ist abgeleitet von Lokalradio Rostock, Kult.

Heimische Bands fanden hier ebenso Gehör wie die verschiedensten Stil- und Musikrichtungen, die sich deutlich vom Mainstream der ortsüblichen Radiosender abheben. Talksendungen, in denen der Wortanteil überwog und Berichte von der Rostocker Kulturwoche rundeten das Angebot von Lohro ab. Zwölf Tage Lohro haben gezeigt, dass, vielleicht nicht nur in Rostock, der Wunsch nach einem anspruchsvollen Radioprogramm besteht.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Zuspruch unseres Projektes“, so Ralph Kirsten, der den Hut auf hatte. „Wir hätten nie gedacht, dass dieses Projekt so wunderbar läuft, schließlich hatte kaum einer der Mitmacher Erfahrungen, wie man einen Radiosender organisiert und führt“, so Kirsten weiter. Gut 100 Interessenten hatten sich im Vorfeld gemeldet und wollten „ein anderes Radio“ machen, am Ende sind gut 50 Radioenthusiasten am Programm in irgendeiner Weise beteiligt gewesen. Nicht alles was angepackt wurde, lief glatt, schließlich hatten nur fünf, sechs Leute vorher schon Erfahrungen im Radio gesammelt. Da wurden falsche Knöpfe gedrückt, bei den Nachrichten gab es Versprecher - „Sympathischer Dilettantismus“ möchte man meinen, denn bei allem blieb das Programm frisch und vor allem unbekümmert. „Sympathisch ja, Dilettantismus weniger“, meint Ralph Kirsten. „Schließlich haben sich viele Sendungen und Beiträge im Laufe der zwölf Tage qualitativ gesteigert. Und man darf vor allem nicht vergessen, dass alles Leute mitgemacht haben, die Spaß am Radio haben und nicht einen Cent dafür erhalten“, so Kirsten weiter.

Am Montag wird Lohro vorerst wieder aus der Radiolandschaft verschwinden. Spätestens aber im Frühjahr will der Sender wieder „On Air“ gehen, zur nächsten Kulturwoche in Rostock. Auch zur Hanse-Sail ist ein alternatives Radioprogramm geplant, „die Gespräche laufen aber noch“. Universität, und Olympiabüro sind Ansprechpartner bei weiteren Aktionen, aber auch andere Institutionen. „Lohro ist ein Stück Vision. Wir haben uns an innovativen Sendern wie ‚fritz!’ oder ‚radioeins’ aus Berlin orientiert, Rostock verträgt ein Großstadtradio“, meint Ralph Kirsten abschließend. Mit Blick auf die etablierten Sendern meint er: „Ich denke, die Sender machen sich nach diesen zwölf Tagen Gedanken.“ Klar ist, die Radiolandschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist eine Katastrophe, Lohro hat für zwölf Tage gezeigt, dass es auch anders geht. Besser!

Mehr Informationen: www.lohro.de

Olaf Jenjahn



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