„belasso“-Marketing-Chefin Ulrike Jurk, einst eine der
besten Volleyball-Spielerinnen der Welt, über ihre Einrichtung und ihre neuen Aufgaben

Seit Februar 2009 hat Schwerin ein neues Sport- und Wellness-Zentrum – das „belasso“, das aus dem 1998 eröffneten Sieben-Seen-Sportpark hervorging und dennoch ein gänzlich neues Konzept verfolgt.

- Idyllisch gelegen und mit Auto sowie mit Nahverkehr gut erreichbar - das "belasso" in Schwerin-Krebsförden. M.Michels
Ulrike Jurk, als Marketing-Chefin und früher als Volleyballspielerin erfolgreich.
Das "belasso" bietet abwechslungsreiche Kurse an. (Ulrike Jurk/privat)

„belasso“-Marketing-Chefin ist die ehemalige SSC-Volleyballspielerin und Nationalspielerin Ulrike Jurk, welche die neuen Angebote Ihrer Einrichtung erläutert und außerdem das aktuelle Volleyball-Geschehen kommentiert …

„Bin dem Sport treu geblieben …“

Frage: Ulrike, als ehemalige Weltklasse-Volleyballspielerin, die insbesondere mit dem Schweriner SC ihre größten Erfolge erreichte, sind Sie dem Sport treu geblieben. Sie sind Marketing-Chefin beim Schweriner Sport- und Wellness-Zentrum „belasso“. Was sind dort Ihre Aufgaben ? Was reizt Sie an dieser Tätigkeit ?

Ulrike Jurk: Ich bin jetzt sechs Jahre an der Einrichtung. Das war seinerzeit ein optimaler beruflicher Einstieg nach meinem Studium „Touristik und Sportmanagement“. Meine Aufgabe ist es, die Öffentlichkeitsarbeit zu konzipieren bzw. umzusetzen, und die verschiedenen Veranstaltungen zu organisieren. Außerdem sind Kampagnen/Aktionen zu planen bzw. durchzuführen, Promotion-Einsätze der Mitarbeiter zu koordinieren und nicht zuletzt der Vertrieb sowie die Rezeption gehören zu meinem „Machtbereich“. Das alles sind spannende und abwechslungsreiche Tätigkeiten, Langeweile kommt nie auf. Ich habe Kontakt zu den Menschen und konnte, als ehemalige Volleyballspielerin, dem Sport auf diese Weise treu bleiben.

Frage: Das „belasso“ ging aus dem Sieben-Seen-Sportpark hervor. Was ist eigentlich das Neue, das Modernere beim „belasso“ ? Wie ist die „belasso“-Philosophie ?

Ulrike Jurk: Die Marken-Umstellung ist eigentlich deshalb zustande gekommen, weil diese Einrichtung in den letzten Jahren immer weiter entwickelt wurde. Es kamen neue Angebote sowie Segmente dazu. Der Name „Sieben-Seen-Sportpark“ spiegelte daher nicht den Inhalt des Hauses wieder. Drei Bereiche haben sich im Laufe der Zeit herauskristallisiert: „Bewegung“, „Entspannung“ und „Leben“, wobei wir unter „Leben“ auch unsere Gastronomie und unsere Bowling-Aktivitäten dazu zählen. „Bewegung“ umfasst die Bereiche Fitness und Ballsportspiele. Zur „Entspannung“ gehört natürlich unsere Sauna-Landschaft, die in Westmecklenburg ziemlich einmalig ist.

Frage: Wenn Sie die Vorzüge des „belasso“ kurz und knapp erläutern müssten, wie hieße der Slogan ?

Ulrike Jurk: Der Slogan könnte lauten: „Eine `Idee` besser !“ Und die Vorzüge sind natürlich augenscheinlich, dass eben der Fitness-Bereich mit den diversen Kursen, die Sauna-Landschaft, Erholungsmöglichkeiten und die Gastronomie unter einem Dach vereint sind. Man kann sich nach dem Sport gern noch einer Massage unterziehen, mit Freunden einen netten Bowling-Abend organisieren und das ebenfalls noch mit einem Schlemmen am Buffett verbinden. Zudem dürfte es reizvoll sein, sich in der Sauna-Landschaft dem Banja-Ritual hinzugeben. Kurzum: Man kann für einige Stunden den Alltag wirklich hinter sich lassen.

Frage: Als Volleyballspielerin werden Sie zumindest per TV das aktuelle Volleyball-Geschehen verfolgen. Bei den EM 2009 wurde Italien vor den Niederlanden, Polen und Deutschland Europameisterinnen. Was zeichnet die italienischen Europameisterinnen aus Ihrer Sicht aus ? Sie spielten ja auch einst in Italien …

Ulrike Jurk: Was die Italienerinnen so erfolgreich macht, ist die Tatsache, dass sie das ganze Jahr auf einem hohen Niveau spielen – sie haben eben die stärkste Liga der Welt. Wenn man stets auf höchstem Level spielen, immer alles geben muß, so ist es folgerichtig, dass die Italienerinnen insbesondere in Europa und darüber hinaus tonangebend sind. Was ein Vorteil bei den Italienerinnen ist, bedeutet unser Manko. Unsere erste Bundesliga ist zu heterogen. Es gibt drei, vier starke Mannschaften, aber die anderen Teams sind nun nicht gerade top, um es vorsichtig zu formulieren. Die Italienerinnen können aus einem unerschöpflichen Reservoir an guten Talenten, die in der starken Liga reifen, schöpfen, bei uns sieht es da nicht so gut aus.

Frage: Haben Sie noch Kontakte zu einstigen Team-Gefährtinnen ?

Ulrike Jurk: Ja, ich habe schon noch regelmäßig Kontakt zu ehemaligen Mitspielerinnen, so u.a. zu Jana Müller, die ja in Dresden spielt, oder zu Hanka Pachale, die in Italien nicht nur ihre sportliche Heimat hat. Sicherlich gibt es auch Kontakte zu den Schweriner Spielerinnen, den „small talk“, wenn man sich zufällig auf der Straße begegnet … Aber das sind eher lose Verbindungen.

Frage: Wie sieht Ihr Leben ohne Volleyball und ohne berufliche Verpflichtungen aus ?

Ulrike Jurk: Da ich selbst alles, was ich brauche „vor Ort“ habe, kann man mich schon regelmäßig im Fitnessbereich antreffen. Das ist für mich ein ganz wichtiger Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit. Ansonsten fordern mich meine dreijährige Tochter und mein Lebensgefährte. Die wollen ja auch versorgt werden. Ich führe eben ein ganz aufregendes und spannendes Familienleben :)

Frage: Gibt es eigentlich auch den einen oder anderen Spitzensportler, der im „belasso“ trainiert ?

Ulrike Jurk: Die Handballspieler von Post Schwerin absolvieren hier zwei- bis dreimal die Woche ihr Fitnessprogramm und entspannen sich danach in der Sauna, um so gut gewappnet für ihre Einsätze in der zweiten Bundesliga zu sein.

Noch eine letzte Frage zu Ihrer volleyballsportlichen Karriere: Frau Jurk, spricht man mit heutigen Volleyball-Fans in Schwerin, so sind diese schnell der Meinung: Die Ulrike Jurk war eine talentierte und begnadete Volleyball-Spielerin, wurde aber von den National- oder Klub-Trainern oft verkannt. Denken Sie noch “wehmütig” am Ihre Volleyball-Karriere zurück oder ist dieses sportliche Kapitel Ihres Lebens abgeschlossen ?

Ulrike Jurk: Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich lernte – dank des Volleyball-Sportes – dass man mit Leidenschaft und Kampfgeist viel erreichen kann. Nachdem ich dreimal deutsche Meisterin und Pokalsiegerin mit dem Schweriner SC wurde, hatte ich faktisch auf nationaler Klub-Ebene alles erreicht und ging 2002 nach Italien. Auch dort konnte ich meinen “Horizont” erweitern. Leider gab es damals mit dem deutschen National-Trainer H.W.Lee “einige Differenzen”. Obwohl Angelina Gruen und ich beim Grand Prix 2002 in Asien als beste Spielerinnen ausgezeichnet wurden, gab es “harsche” Kritik von Lee an meiner Spielweise. Er strich mich auch aus dem WM-Team. Entweder war er oder ich damals am “falschen Ort” zur “falschen Zeit”. Jedenfalls ging es mit ihm und mir im deutschen National-Team gar nicht. Ansonsten schaue ich aber nicht “in Wehmut” zurück !

Dann alles Gute und besten Erfolg beim Erreichen der neuen Ziele !

Marko Michels

Veranstaltungstipps im „belasso“ für Dezember 2009

Freitag, 4.Dezember 2009: ab 19.00 Uhr „Sauna ohne Ende“

Sonntag, 6.Dezember 2009: 10.00 Uhr – 14.00 Uhr Familien-Brunch zum Nikolaustag im Restaurant

Mittwoch, 31.Dezember 2009: ab 20.00 Uhr „Große Silvester-Party


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