Klaus Störtebeker setzt wieder Segel
Festspiele 2009 noch bis zum 5. September auf der Naturbühne in Ralswiek
Unser
Bericht 2008
Die 17. Störtebeker-Spielzeit am Jasmunder Bodden begann / Interview mit Autor und Regisseur Holger Mahlich
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Der gekannte Schauspieler und Regisseur Holger Mahlich bei seiner Regiearbeit zu den Störtebeker-Festspielen.
Foto: Wolfgang Groß |
Am vergangenen Sonnabend wurde mit einer grandiosen Premiere die 17. Saison der Klaus-Störtebeker-Festspiele auf der Naturbühne in Ralswiek eröffnet. Schon am Montag gibt es dann die 1000. Vorstellung seit 1993. Zum neuen Stück und mehr sprach Klaus-Peter Kudruhs mit Holger Mahlich, Buchautor und Regisseur.
Herr Mahlich, Sie haben das Buch zur neuen Störtebeker-Trilogie geschrieben. Vielleicht kurz etwas zum Inhalt?
Die Gier nach Gold, Geld und Reichtum ist eigentlich das tragende Element der neuen Likedeeler-Trilogie „Störtebekers Gold“, die mit der Episode „Das Vermächtnis“ beginnt. Der rockige Song „Gold“ im neuen Störtebeker-Stück, vorgetragen von Wolfgang Lippert, der den Balladensänger Abellin spielt, spiegelt den Inhalt und fast den heutigen Zeitgeist einiger Mitmenschen wieder.
Sagen Sie uns doch noch etwas mehr zur Handlung der ersten Episode.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Klaus Störtebeker und seine Likedeeler, die mittlerweile vogelfrei sind, befreien den Mecklenburger Ritter Gero von Ebersbach aus den Händen von Gay de Rigault, auch „Das Schwert des Königs“ genannt. Er und seine Kumpanen suchen im Auftrage des Herzogs Ludwig von Orleans den sagenumwobenen und verschollenen Templerschatz. Der im Sterben liegende Ritter gibt sich als Templer aus und nimmt Klaus Störtebeker das Versprechen ab, seinem Mörder den Schlüssel zum Schatz wieder abzujagen und sein Vermächtnis zu erfüllen. So entspinnt sich eine spannende Geschichte, in der die beteiligten Hauptpersonen durchaus unterschiedliche Motive haben, hinter das Geheimnis zu kommen.
Wann spielt diese Geschichte und was ist der historische Hintergrund?
Wie immer, wenn es um Klaus Störtebeker geht, versuchen wir die Historie mit unseren Möglichkeiten hier in Ralswiek zu einer unterhaltsamen Geschichte zu verbinden. Historisch ist verbürgt, dass der Schatz der Templer ab 1307 nicht mehr auffindbar ist und bis zum heutigen Zeitpunkt an unterschiedlichen Stellen in der Welt gesucht wird. Ich habe die aktuelle Geschichte des Stücks in die Zeit zwischen 1395 und 1397 gelegt, als die Likedeeler im Ostseeraum sowohl von der Hanse als auch von den herrschenden Königshäusern gejagt wurden. Sie teilten sich und segelten nachweislich in unterschiedliche Richtungen. So auch an die Kanalküsten.
Und wie geraten Klaus Störtebeker und seine Mannen gerade in den Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich?
Der Schauplatz auf der Bühne ist die Templerburg an der französischen Kanalküste nahe der Calais und der Landsitz des Erzbischofs von Canterbury bei Dover in England, wunderbar wieder von Falk von Wangelin als Bühnenbild an den Jasmunder Bodden auf der Insel Rügen gestellt. Hier wird diesmal gekämpft, geritten und gesegelt. Es werden Intrigen gesponnen und es wird auch wieder geliebt, denn Störtebeker verliert sein Herz an Johanna von Gloucester. Dieser Schauplatz bietet sich richtig gut an. Unser gesamtes Team hat dafür gesorgt, dass Störtebekers Geschichte auch so eine Erfolgsstory bleibt. Dazu tragen nicht nur die150 Darsteller, 30 Pferde und vier Schiffe, halsbrecherische Stunts und unzählige Spezialeffekte bei, auch die vielen Helfer und Förderer hinter der Bühne haben ihren Anteil.
Hat die Geschichte in dieser ersten Episode ein gutes Ende?
Eigentlich nicht. Zwar findet Klaus Störtebeker in der Templerburg Truhen, aber leer und vom Schatz keine Spur. Eine silbermetallene Lilie und eine Karte führt Störtebeker und seine Crew auf eine neue Spur ins Mittelmeers und an die Küste Spaniens nach Granada, in ein von dem Mauren erobertes und besetztes Land. Aber davon dann mehr in der zweiten Episode der Trilogie „Störtebekers Gold“ im kommenden Jahr.
Wer ist in der 17. Störtebeker-Saison alles auf der Bühne zu erleben?
Es ist fast die komplette Besatzung der vergangenen Spielzeiten dabei. So Sascha Gluth wieder als Klaus Störtebeker, Dieter Lahaine als Goedeke Michels, Robert Glatzeder als Bruder Thomasius, Ben Hecker diesmal als Erzbischof von Canterbury und Norbert Braun als Ludwig von Orleans. Eine Open-Air-Premiere hat Daniela Kiefer in Ralswiek. Sie spielt die Valentina Visconti. Neu zum Ensemble gehört der Hamburger Schauspieler Mario Ramos, der den Maler Marcello da Pinci verkörpert. Die junge und begabte Schauspielerin Sarah-Jane Janson, die frisch von der Schauspielschule kommt, spielt die historische Figur der Johanna von Gloucester, um nur einige zu benennen.
Wie war der Start in die neue Störtebeker-Saison?
Mit der Premiere ist das Stück sehr gut gestartet und von den Zuschauern begeistert aufgenommen worden. Bis zum 5. September werden montags bis samstags ab 20.00 Uhr die Segel gesetzt. Wir erwarten in diesem Jahr wieder rund 400.000 Besucher auf der Naturbühne in Ralswiek. Fast 182.000 Karten gingen für die Aufführungen 2009 schon im Vorverkauf weg, über 20 Prozent mehr als im Vorjahr.
Danke für die Beantwortung der Fragen.
Weitere wichtige Informationen finden Sie auf www.stoertebeker.de
Klaus-Peter Kudruhs
Hintergrundkachel: Störtebeker Festspiele GmbH
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