Presse-Information:

"Verraten und Verkauft"
23. Juni bis 8. September 2007 - Montag bis Samstags jeweils ab 20.00 Uhr

Unser Bericht 2006

Weitere wichtige Informationen finden Sie auf www.stoertebeker.de

Platzgruppe I Erwachsene
à € 26,00
(nummeriert Reihe 1 bis 10) Kinder bis 15 Jahre
à € 21,00
Platzgruppe II Erwachsene
à € 23,00
(nummeriert Reihe 11 bis 28) Kinder bis 15 Jahre
à € 18,00
Platzgruppe III Erwachsene
à € 20,00
(nummeriert Reihe 29 bis 46) Kinder bis 15 Jahre
à € 15,00
Rang I Erwachsene
à € 17,00
(nummeriert Reihe 47 bis 63) Kinder bis 15 Jahre
à € 12,00
     
Rang II a) Einzelpersoonen Erwachsene
à € 12,00
(nicht nummeriert) Kinder bis 15 Jahre
à € 10,00
  b) Familien ab 5 Personen Erwachsene
à € 10,00
    Kinder bis 15 Jahre
à € 8,00
  b) Gruppen ab 21 Personen Erwachsene
à € 8,00
  Kinder bis 15 Jahre
à € 6,00
Zuzüglich Porto & Bearbeitungsgebühr  
à € 3,00
   
à € 3,00
Mit Vorprogramm: "König der Lüfte" ab 18.00 Uhr
à € 3,00
(nur gültig in Verbindung mit Eintrittskarten ab dem 25.06.2007)  
Adlervorführung "König der Lüfte" täglich außer Sonntag ab 25.06.2007 • Beginn 11.00 Uhr à € 3,00

Telef. unter 03838 31 100 oder per Fax 03838 3192 oder www.stoertebeker.de, eMail oder an den bekannten Vorverkaufskassen.

Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

Am 23. Juni starten die Störtebeker Festspiele mit dem Stück „VERRATEN UND VERKAUFT“ einen neuen Zyklus. Die Geschichte erzählt, wie aus Klaus von Alkun der berühmte Seeräuber Klaus Störtebeker wird. Dank unseres Regisseurs Holger Mahlich haben wir eine spannende, kurzweilige und liebevoll gestaltete Geschichte. Mit vier Neubesetzungen, Christina Kraft, Linda-Moran Braun, Robert Glatzeder und Ben Bremer kommen frische Gesichter und neue professionelle Akteure auf die Störtebeker-Bühne.

Natürlich greift Störtebeker-Darsteller Sascha Gluth wieder zum Schwert und Dietmar Lahaine (Goedeke Michels) segelt an seiner Seite. Wolfgang Lippert ist unser allseits beliebter Balladensänger. Als Widersacher konnte Norbert Braun, der bis 2001 selbst die Rolle des Klaus Störtebeker spielte, verpflichtet werden. Neben Ingrid van Bergen werden ebenso die Schauspieler Hans-Jörg Fichtner, Ben Hecker, Burkhard Kurth, Mike-Hermann Rader und Frank Rebel dabei sein.
Das Bühnenbild, entworfen vom Bühnenbildner Falk von Wangelin, erhält gerade durch die Bühnenarbeiter den letzten Schliff. Hier haben zur Zeit die Bühnenmaler das Sagen. Auf der rechten Seite der Bühne entsteht die Hafensilhouette der Stadt Barth und auf der anderen Seite eine Burgruine.
Die Pferde und Schiffe, der Adler Laran, trainiert vom Berufsfalkner Volker Walter, die exotisch und romantisch gestalteten Kostüme von Tina Maass, werden den Kreis für eine erfolgreiche Inszenierung 2007 schließen.

Seit 1993, dem Start der Festspiele, waren fast 3,8 Millionen Besucher auf der Naturbühne in Ralswiek zu Gast, um die Geschichten und Abenteuer des legendären Seeräubers hautnah mitzuerleben. Wenn wir nach 67 Vorstellungen, die jeweils Montag bis Samstag um 20:00 Uhr stattfinden, am O8.O9.2OO7 den 1. Teil des Zyklus abschließen, wird die Besucherzahl die 4 Millionen Grenze überschritten haben. Bislang wurden für die diesjährige Spielzeit bereits über 120.000 Karten abgesetzt.

Ein großer Wechsel für das Theater hat sich im Bereich des Sponsoring vollzogen. Neuer Partner der Festspiele ist seit diesem Jahr Die WARSTEINER BRAUEREI. Wir freuen uns sehr auf diese zukünftige Zusammenarbeit und wünschen unseren Gästen „Goldene Theatermomente“. NISSAN und der Medienpartner, ANTENNE MECKLENBURG-VORPOMMERN sind weiterhin als Freund und Partner im Boot der Festspiele.

Der historische Hintergrund

Es war eine arge Zeit, die Zeit um 1380. Nicht nur, dass die Armen arm waren, auch die „Reichen“ nagten am Hungertuch. So verkauften viele Adelige ihre Ländereien, um Piratenschiffe auszurüsten um im aufkommenden dänisch- mecklenburgischen Krieg ihr Glück zu suchen. In Rostock, Wismar, Ribnitz und Golwitz ließ man ausrufen, dass diejenigen, die auf eigene Kosten ihr Glück versuchen wollen, um Dänemark und Norwegen zu schädigen, Kaperbriefe erhalten. Die Seeräuberei – und damit Raub und Todschlag – wurden von oben legitimiert. Aber auch auf dem Land herrschten Brutalität und Gewalt. Jeder versuchte seine Ziele ohne Rücksicht auf den anderen durchzusetzen. Und noch etwas muss angemerkt werden: Eine einheitliche Gerichtsbarkeit gab es nicht. Jeder kleine Vogt, Fürst oder Landesherr machte Gesetze nach seinem Gusto und zum eigenen Vorteil.

Wir folgen in der Historie den Aussagen von Dr. Matthias Puhle, Leiter des kulturhistorischen Museums in Magdeburg, der sich in seiner Doktorarbeit mit dieser Zeit beschäftigte. Demnach kam Klaus von Alkun, alias Klaus Störtebeker, mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Raum Barth. Um seine Besitztümer betrogen, soll er sich in der Wegelagerei versucht haben. In Barth unter den Galgen gestellt, sollen ihn seine Kumpane befreit haben.

Die tatsächliche Macht in dieser Zeit aber hatten nicht die Fürsten und Landesherrn, sondern reiche Kaufleute wie die Fugger und Guggenheim sowie später auch die Rothschild, die Landesherrn, Fürsten und Könige finanzierten. Vor dem Hintergrund dieser Macht des Geldes und der herrschenden Verhältnisse ist unsere Geschichte um Klaus Störtebeker aufgebaut. Folgt man dieser Linie bis in die Gegenwart, sind wir mehr als aktuell. Gleiches trägt sich auch heute zu.
Am Beginn unseres neuen Zyklus, Anfang 1380, verlautet über Goedeke Michels und Klaus Störtebeker noch nicht viel in den Schriftquellen. Lediglich im Stadtarchiv von Wismar, im so genannten Verfestigungsbuch, ist eine Geschichte geschildert, in der ein Klaus Störtebeker mit zwei anderen Bürgern eine Schlägerei hatte. Dabei soll dieser Störtebeker mehrere Beulen davongetragen haben. Da er aber ein honoriger Bürger der Stadt war, wurden die beiden anderen der Stadt verwiesen. Mehr ist darüber nicht vermerkt. Während Goedeke Michels in der anfänglichen „Berühmtheit“ ganz sicher großen Vorsprung besaß, hat ihn in der später folgenden Legende Klaus Störtebeker den Rang abgelaufen. Wobei sich die Historiker in der Tatsache in Übereinstimmung befinden, dass viele auf Klaus Störtebeker zugeordnete Taten, Goedeke Michels zuzuschreiben sind. Ihre für die Historie wahre Stunde sollte jedoch erst einige Jahre später schlagen.

Wir, die Störtebeker Festspiele, sind wieder am Anfang eines neuen Zyklus über das Leben des Klaus Störtebeker angelangt. Vieles ist Vermutung und Legende. Gerade deshalb wollen wir uns nicht freifliegend im Raum bewegen, sondern die Geschichte dieses Mannes so erzählen, dass man sagen kann: „So könnte sich das Leben des Klaus Störtebeker zugetragen haben.“

Die Geschichte

Wir schreiben das Jahr des Herrn 1379. Die Zeiten sind hart, die Welt aus den Fugen und in deutschen Landen geht es Mecklenburg wohl am schlimmsten. Da ist es kein Wunder, wenn sich an manchem Ort der freie Geist auflehnt und eigene, oft auch verbotene Wege geht. So auch in Barth. Im abgebrannten Kloster, das zum Alkunschen Besitz gehört, hat sich ein aufrührerischer Mönch, Bruder Thomasius (Robert Glatzeder), an die Spitze der Vertrie-benen und Geknechteten gestellt. Mit dem Glauben an Gott, mit Schalk und List - aber auch mit dem Schwert - versucht er, die um ihn Versammelten auf dem rechten Weg zu halten. Sich und seine „Schafe“ gegen den ehrgeizigen und skrupellosen Vogt von Barth (Frank Rebel), zu verteidigen.

In diese Situation hinein kehrt Klaus von Alkun (Sascha Gluth), erst später wird er Klaus Störtebeker, zurück aus der Fremde. Er findet den Besitz der Eltern abgebrannt, Vater und Mutter erschlagen, kann ihnen nur noch die letzte Ehre am Grab erweisen. Mit Wut im Bauch und Hass im Herzen macht er sich auf die Suche nach den Schuldigen. Bald muss er aber erfahren, dass sich sein Vater aus Not an der prekären Gesamtsituation des Alkunschen Besitzes in riskante Geschäfte verwickeln ließ. Die Drähte zieht der reiche Wismaraner Kaufmann Wüllferich (Benn Hecker), der nach außen ein solides und frommes Leben führt. Seiner ehemaligen Geliebten aber, einer ehemaligen Badehure aus Barth, der „Röttelpösch“ (Ingrid van Bergen), sichert er ein anständiges Auskommen. Dem gemeinsamen Kind aus dieser Beziehung, Agnes (Christina Kraft), lässt er eine standesgemäße Ausbildung in einem Zisterzienser Kloster angedeihen und arrangiert - mit dem Ziel des gesellschaftlichen Aufstieges - eine Heirat mit dem Vogt von Barth. Wenn da nicht dieser nach Gerechtigkeit suchende und sympathische Klaus von Alkun und der schon arrivierte Piratenhauptmann Goedeke Michels (Dietmar Lahaine) wären.

Klaus und Goedeke suchen und finden sich. Klaus schießt seinen zukünftigen Gönner und Freund Michels aus schwieriger Lage frei. Bei einer kleinen Siegesfeier offenbart sich nicht nur die Kraft, sondern auch das ungeheure Schluckvermögen von Klaus. So ist schnell sein zur Legende anwachsender Name „Klaus Störtebeker“ geboren. Der neue Verbund gibt Klaus auf der Suche nach den wahren Schuldigen Rückhalt.
Endgültige Aufklärung, wie der alte Alkun um sein Vermögen gebracht wurde, bringt Jorg van de Klerk (Mike Hermann Rader), ein ehemaliger Piratenhauptmann, der mit dem Vogt von Barth, Gerolf von Reppnick, einst Geschäfte machte. Van de Klerk, auf der Flucht vor Reppnick, muss um sein Leben bangen, weil er Klaus als einziger Zeuge des Betruges die tatsächlichen Hintergründe offenbaren kann.

In Barth kommt es zum Showdown. Klaus und die Aussagen van de Klerks laufen aber ins Leere. Klaus wird der Strick um den Hals gelegt und er wird hochgezogen. Dass aber so die Geschichte um unseren Helden, zwischen Liebe, Leidenschaft und Abenteuer nicht enden kann, wissen alle Freunde unseres Theaters. Die Gerechtigkeit wird obsiegen - zwar nur für den Wimpernschlag der Geschichte - aber immerhin. Und so wird Klaus Störtebeker nicht gehängt, sondern wir werden ihn in den weiteren Folgen unserer Geschichten wieder treffen, wenn er als Likedeeler und Vitalienbruder, als „Gottes Freund und aller Welt Feind“ als eine Legende in die Geschichte des Mittelalters eingeht.

Texte/Fotos © Störtebeker Festspiele (Abdruck mit freundlicher Genehmigung)


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