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Störtebeker
in diesem Jahr In Henkers Hand Manche nehmen an,
Störtebeker sei aus der Gegend von Verden an der Aller, andere
meinen, er stamme aus Wismar. Im liber proscriptorum, dem "Verfestungsbuch"
der Stadt Wismar, ist im Jahre 1380 ein Vorfall festgehalten, wonach
zwei Wismarer Bürger aus der Stadt gewiesen wurden, weil sie einem
anderen in einer Schlägerei verschiedene Knochenbrüche zugefügt
hatten. Der Betroffene der Auseinandersetzung wird als "nicolao
stortebeker" bezeichnet. Es spricht viel dafür, dass dieser
Nikolaus Störtebeker später als Klaus Störtebeker in
die Geschichte einging. Klaus Störtebeker (* um1360; 20. Oktober
1401 in Hamburg hingerichtet) war Anführer der Likedeeler (Gleichteiler)
und der wohl bekannteste Seeräuber, der aus den Reihen der Vitalienbrüder
hervorging. Sie kämpften lange Zeit erfolgreich gegen die hanseatischen
Peffersäcke. Bundesgenossen Störtebekers und ebenfalls
berühmt-berüchtigte Likedeeler waren die Kapitäne Gödeke
Michels, Hennig Wichmann und Magister Wigbold. Sie waren Gottes
Freund und aller Welt Feind, bejubelt, gefeiert, aber auch gejagt
und letztlich zum Tode verurteilt. In Henkers Hand heißt
auch die diesjährige Episode der Rügenfestspiele am Jasmunder
Bodden. Allabendlich verfolgen mehr als 9.000 Zuschauer das Spektakel
in der herrlichen Naturkulisse in Ralswiek: Es ist auch 2006 wieder
ein Theaterspektakel der Extraklasse unter freiem Himmel. Dabei sind
über 120 Mitwirkende, vier Schiffe, 30 Pferde, Spezialeffekte und
vieles andere mehr. Jeder Vorstellungsabend endet mit einem Feuerwerk
über dem Großen Jasmund auf der Insel Rügen. In diesem
Jahr reitet, ficht, liebt und kämpft der Held noch bis 9. September
für das Recht und muß sterben. Aber sicher nicht für
immer, denn der Sommer im kommenden Jahr bringt sicher eine neue Störtebeker-Geschichte.
kpk Zur
diesjährigen Episode Wir schreiben die
Zeit um 1400. Es sind kriegerische Zeiten entlang der Nord- und Ostseeküste.
Störtebeker, Michels und Wigbold fügen dem Handel in der Westsee
schweren Schaden zu. Allen Drohungen der Hanse zum Trotz genießen
sie in Friesland aber wohlwollende Duldung. Die mächtige Stadt
Hamburg jedoch ist fest entschlossen, die Vitalier aus Friesland zu
vertreiben. Mit 11 Koggen und 950 schwer bewaffneten Knechten nehmen
sie am 22. April Kurs auf Ostfriesland und ringen den aufmüpfigen
Friesenfürsten mit Gewalt einen Vertrag ab. Dieser besagt, dass
jeglicher Kontakt, jegliche Beherbergung eines Piraten mit dem Tode
bestraft wird. Aber auch mit den Holländern liegen die Hansestädte
im Streit. Billiges holländisches Bier und billiger Hering verdirbt
den hanseatischen Kaufleuten die Preise in Flandern und England. Die
Hanse ist so unter Druck und in Zugzwang. In diese Situation hinein
kehrt Klaus Störtebeker von See zurück, um in Marienhafe seine
große Liebe, Orka tom Broke, zu heiraten. Das bleibt natürlich
den Feinden nicht verborgen. Sie wollen und müssen Störtebeker
zur Strecke bringen koste es, was es wolle... Sie werden seiner
habhaft. Störtebekers findet durch den Scharfrichter Rosenfeld
auf den Hamburger Grasbrook sein Ende. Wie es dazu kommt, erzählt
die Episode 2006. Informationen zum Stück unter Störtebeker Festspiele, Am Bodden 100 in 18528 Ralswiek, Tickets: Telefon 038 38 / 311 00, Fax 038 38 / 31 31 92, info@stoertebeker.de , www.stoertebeker.de
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