Ausflug zum Kloster Eldena.

Reste zerfallener Wände, mehr ist - so scheint es – sind von dem einst stolzen Kloster Eldena nicht geblieben. Dennoch sind diese Ruinen weltweit bekannt, sie sind ein Inbegriff der deutschen Romantik.

Aber der Reihe nach, diese Geschichte beginnt vor langer Zeit, als sich im Sommer 1198 Dänen, Wenden und Brandenburger im östlichen Mecklenburg heftige Kämpfe lieferten. Das kurz zuvor gegründete Kloster Dargun wurde dabei zerstört. Die Mönche des Zisterzienser-Ordens verließen die damals ungastliche Gegend und zogen auf Veranlassung ihres dänischen Mutterklosters Esrom weiter nach Osten, bis dahin, wo der Ryk in den Bodden mündet und gründeten hier 1199 mit Unterstützung des Fürsten Jaromir I. das neue Kloster Hilda (Eldena). Verschiedene Urkunden lassen die Entwicklung des Klosters lebendig werden: die päpstliche Anerkennung 1204 und den Ausbau der Gebäude im 13.Jh. In unmittelbarer Nähe wuchs zur gleichen Zeit Greifswald zur Hansestadt heran.
Die Reformation bedeutete auch für die vorpommerschen Klöster das Aus. 1535 wurde Eldena in ein fürstliches Amt umgewandelt. Durch den 30-jährigen Krieg stark beschädigt, schenkte 1634 der letzte Pommernfürst Bogislaw XIV. die Gebäude nebst Grund und Boden der Universität Greifswald. Da aber Universitäten auch schon damals knapp bei Kasse waren, verfielen während der dem 30jährigen Krieg folgenden Schwedenzeit Vorpommerns die Gebäude allmählich. Teilweise wurden sie auch abgerissen, um Baumaterial zu gewinnen.

Wahrscheinlich wäre heute kein Stein mehr übrig, wenn nicht der Sohn des Greifswalder Seifensieders Friedrich ein hervorragender Maler geworden wäre. Nachdem sein Sohn Caspar David bei Quistorp in Greifswald sowie an den Kunstakademien in Kopenhagen und Dresden zeichnen gelernt hatte, wanderte Caspar David Friedrich Anfang des 19.Jh. mit dem Skizzenblock durch Vorpommern. Dabei entdeckte er auch die Klosterruine. Bis 1826 entstanden romantische Zeichnungen und Gemälde, die die Ruine weithin bekannt machten. Der weitere und schon geplante vollständige Abbruch wurde 1827 gestoppt. Die Universität begann jetzt mit Aufräumungsarbeiten und Grabungen. Nach Plänen des Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné wurde unter Einbeziehung der Ruine ein Park angelegt.

Heute gehört die Anlage wie das Münster in Doberan, die Ruine des Klosters in Dargun zu den beliebten Anlaufpunkten auf der Route der norddeutschen Backsteingotik. Eldena bildet wie Dargun für viele abendliche Sommerveranstaltungen eine stimmungsvolle Kulisse.

Dass dank Caspar David Friedrich die Ruinen von Eldena heute mehr sind als ein paar Reste zerfallener Wände, zeigt auch ein Blick ins Internet unter dem Stichwort „Eldena“: Sie werden als Brücken in eine Vergangenheit verstanden, in der auf dem Boden Mecklenburgs und Vorpommerns wesentliche Grundlagen für unser heutiges Leben geschaffen wurden.

Dr. Heinz.Koch 

 
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