Landschlösser und Herrenhäuser

in allen Teilen unseres Landes zeugen vom Lebensstil der adligen und bürgerlichen Grundherren, die Jahrhunderte hindurch das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in Mecklenburg und in Vorpommern maßgeblich bestimmten.
Die zur Zeit der mittelalterlichen Besiedlung Mecklenburg und Vorpommerns noch sehr einfachen Rittersitze wandelten sich im 16.Jahrhundert teilweise zu repräsentativen Renaissancebauten mit Wassergraben und Mauern. Die älteren Burgtürme wurden bis auf einige Mauerreste abgetragen. Aber auch von diesen Anlagen ist durch die Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts nur wenig erhalten geblieben. Einige Landschlösser aber wie Ulrichshusen, Basedow oder Spantekow geben den Blick bis in jene Zeit frei.
Der Übergang zur barocken und später klassizistischen Umgestaltung des ritterschaftlichen Dorfes mit mehrgliedrigem, schloßartigem oder einfachem Gutshaus, mit Wirtschaftsbauten, Landschaftspark, Alleen und den Katen der Landarbeiterhäuser brachte im 18./19.Jahrhundert einen neuen Dorftyp hervor: das Gutsdorf.
Gutsdörfer sind in Mecklenburg - Vorpommern weit verbreitet und trotz der übereinstimmenden Grundanlage gleicht kaum eines dem anderen. Die Jahrzehnte seit der Enteignung der Großgrundbesitzer 1945 haben die Gutshöfe und Parks z.T. arg gebeutelt, aber einige sind in voller Pracht neu erstanden, als Hotels oder Begegnungsstätten. Viele allerdings sehen aus, als warten sie noch ein Weilchen auf eine neue Chance und andere schließlich zerfallen unwiederbringlich.
Eine Reise aber sind sie alle wert, die Landschlösser und Herrenhäuser, ob die von heute oder die aus vergangenen Tagen.

© Dr. H. Koch




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